Pfützengöttin

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Alu-Dibond mit lichtechten Farben gedruckt
Größe:

  • 40cm x 60cm
  • 60cm x 90cm

LEINWAND auf Keilrahmen, fertig gerahmt, mit lichtechten Farben gedruckt
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  • 40cm x 60cm
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Artikelnummer: VISION 11 Kategorie: Schlüsselworte: ,

Beschreibung

Pfützengöttin

Das Motiv ist eine Pfütze auf einem Parkplatz, in der sich Stamm und Äste eines kahlen Baumes spiegeln.
Durch die Mitte der Pfütze verläuft die Spiegelachse, die ich in das Bild eingezogen habe – damit haben wir sozusagen die Spiegelung einer (Wasser-) Spiegelung…
Benannt ist das Bild nach einer Figur im hellen Teil des Baumstammes, die in ihrer Üppigkeit aussieht wie eine kniende Venus von Willensdorf mit breiten Brüsten die auf einem runden, fruchtbaren Bauch ruhen.
Die Hintergrundgeschichte dieses gespiegelten Fotos ist es wert erzählt zu werden:
Im Spätherbst wollten wir einen Ausflug in das Tropenhaus eines Botanischen Gartens unternehmen, weil ich dort Fotos machen wollte, wir kamen jedoch zu spät und das Gewächshaus schloss direkt vor unserer Nase.
Das einzige Foto, das an diesem Tag entstand, war ein Schnappschuss auf dem Parkplatz, als wir zum Auto zurück gelaufen waren. Mein Blick war auf die Pfütze gefallen und ich spürte die Intuition, das Motiv zu fotografieren. Mein Verstand aber funkte dazwischen, weil er an dem Motiv nichts interessantes entdecken konnte – und so gab es als “Kompromiss” nur einen Schnappschuss (statt das mitgebrachte Stativ aufzustellen).
Später war ich dann perplex, was für eine wundervolle “Göttin” sich in der Pfütze verborgen hatte, deren Gestalt erst durch die Spiegelung für mich erkennbar wurde.
Im Grunde war dieses Erlebnis ein Lehrstück darüber, wie Intuition und Verstand zusammen funktionieren, bzw. wie sie oft eher als konkurrierende Gegenspieler agieren, weil der Verstand, der sich für den einzigen Berechtigten hält, stets lautstark anzweifelt, was die Intuition irgendwo dazwischen flüstert. Da die Intuition nicht argumentiert, sondern sich bestenfalls durch einen zarten Gefühlswink meldet, ist es kein Wunder, dass sie leicht ignoriert wird zugunsten all der vernünftigen Gründe, die der Verstand stets zur Verfügung hat. So sind wir trainiert worden, es ist nicht einfach dieser Gewohnheit zu trotzen… aber Übung macht den Meister…
Dass es “nur” ein Schnappschuss war, ist der Grund für eine leichte Unschärfe in dem Bild – aber das einmalige Motiv wirkt dennoch stark und durch die Komposition mit dem Herbstlaub zugleich dekorativ.

Was sind Visiontrees?

Im Grunde handelt es sich um Fotografien von Bäumen und anderen Naturmotiven, die mit Hilfe eines Computers gespiegelt wurden. Dabei wird das ursprüngliche Foto verdoppelt und eines davon seitenverkehrt über das andere geschoben. Auf diese Weise überlappen und durchdringen sich die beiden Bilder und es entsteht ein symmetrisches Gesamtbild.

 

Die Entdeckung der Visiontrees beruhte auf spielerischen Experimenten mit Naturfotografien am Computer.

Ich war selbst überrascht von den Ergebnissen, besonders, weil in einer meiner ersten gespiegelten Naturfotografien eine ungeheuer deutliche und charakterstarke Figur erschien (“Welcometree“), die mir vom Bildschirm aus so lebendig und präsent entgegensah.

 

Damit hatte ich nicht gerechnet. Im Grunde hatte ich durch Hinzufügung der Symmetrieachse nur die Entstehung von Mustern oder interessanten Strukturen erwartet, aber nichts Figürliches. Um so erstaunter war ich, dass sich vor mir plötzlich eine Art zweite Ebene der Realität auftat und die Symmetrie wie ein Schlüssel zu sein schien, der eine bis dahin unsichtbare Welt in die Sichtbarkeit transportierte. Nachdem ich, vom ersten zufälligen Ergebnis fasziniert und sozusagen überrumpelt war, konnte ich nicht anders, als mich auf das Thema einzulassen, obwohl ich damals (2007) eigentlich ganz andere Projekte im Sinn hatte.

Ich begann also bewusst für das Projekt Visiontrees zu fotografieren und hatte für einige Jahre einen besonderen Zugang, also eine besonders starke Intuition diesbezüglich.

Teils ahnte ich schon voraus, welches Motiv spannende figurale Ergebnisse enthalten könnten, oft war es aber auch einfach eine starke Intuition, die mich dazu brachte in bestimmten Momenten bestimmte Motive zu fotografieren. Manche der erstaunlichsten Bilder beruhen deshalb auf Schnappschüssen, die ich spontan fotografiert habe, weil es diesen inneren Impuls dazu gab.

Wenn ich gezielt auf die Pirsch ging, um die verborgene Welt der Bäume zu erkunden, hatte ich immer mein Stativ dabei, um mit kleiner Blende und langer Belichtungszeit eine möglichst hohe Schärfentiefe zu erreichen und damit die Grundlage zu bekommen, um die Motive entsprechen groß abbilden zu können. Die Motive, die hoch aufgelöst sind, faszinieren besonders auf großformatigen Ausdrucken als Wandbild, weil hier erst all die feinen Strukturen sichtbar werden, die im Bild noch einmal eine zweite, dritte oder sogar vierte figurale Ebene der Deutung zugänglich machen. Gerade diese ineinander verschachtelten und gestaffelten Bilderwelten erweitern den gewohnten Horizont oder die gewohnte Betrachtungsweise um Dimensionen.

 

 

Die Deutung oder Bedeutung der durch meine Arbeit entstandenen Bilder überlasse ich dem Betrachter.

Als Bildautor muss ich den Bildern Namen geben und meine Namensgebungen verraten etwas darüber, was ich persönlich als Hauptmotiv in einem Bild sehe – es sind jedoch stets andere Interpretationen möglich – und tatsächlich wimmeln manche Bilder, (wie eine dicht bevölkerte mythische Sagen – oder Märchenwelt) nur so von möglichen Wesen, Gestalten, Figuren und Erscheinungen unterschiedlichster Art.

 

Neben den klassischen Visontrees habe ich später begonnen mich mit den 4 Elementen zu beschäftigen.

Ich spiegelte Fotografien von Feuer, Erde, Wasser und Luft, die zu ganz eigenen, sehr aufschlussreichen Ergebnissen führten. Nach dem maßgeblich durch Paracelsus im 16. Jahrhundert formulierten mittelalterlichen Volksglauben stehen den vier Elementen jeweils bestimmte Geistwesen vor, die in diesem Zusammenhang auch als Elementarwesen bezeichnet werden:

 

    Naturgeister (Erdgeister) oder Gnomen,

    Wassergeister oder Undinen,

    Luftgeister oder Sylphen

    Feuergeister oder Salamander.

 

Später habe ich begonnen auch künstlerische Bearbeitungen vorzunehmen, oder gespiegelte Naturfotos nur als Grundlage für eigene Kompositionen / Fotomontagen verwendet. Die detaillierte Bildbeschreibung zu jedem Bild im Shop gibt Auskunft darüber, welche Art der Bearbeitung vorliegt und was meine Intention zum jeweiligen Bild war.

Neben Wandbildern in unterschiedlicher Größe und Ausführung bieten wir auch immerwährende Kalender mit 12 Motiven an.

Ich wünsche den Betrachtern jedenfalls viel Freunde an der Welt der Visiontrees. Häufig bekomme ich von Kunden, die ein Bild gekauft haben die Rückmeldung, dass sie immer wieder etwas Neues in ihrem Bild entdecken und das Bild so auch nach Jahren noch nicht langweilig wurde.

 

(Postkarten sind momentan leider nicht erhältlich)